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Handy im Urlaub: billiger nach Hause telefonieren
Der Druck der EU zeigte Wirkung. Der Tarifdschungel hat sich gelichtet, ab 30. August wird es noch günstiger.
Ein Jahr nach der von Brüssel verordneten Deckelung der Roaming-Gebühren bei Handy-Telefonaten im EU-Ausland ziehen Konsumentenschützer eine positive Bilanz. Der regulierte, so genannten Eurotarif, hat nicht nur die Kosten um bis zu 60 Prozent purzeln lassen, sondern auch zu mehr Überblick bei den Preisen geführt.
So müssen etwa Handy-Kunden jetzt im EU-Ausland nicht mehr darauf achten, ob sie zur Tages- oder Nachtzeit anrufen, der Preis ist gleich. Weiters wird der Roaming-Tarif nun meist netzunabhängig angeboten, so dass es unerheblich ist, über welchen ausländischen Betreiber telefoniert wird.
Auch die lästige Gesprächsaufbaugebühr gibt es nicht mehr. „Die großen Preisspannen zwischen einzelnen EU-Ländern sind weg, auch die Roaming-Tarife zwischen Vertrags- und Wertkartenhandys nähern sich immer mehr an", analysiert Daniela Zimmer, Konsumentenschützerin bei der Arbeiterkammer Wien.
Tarifsenkung Ab 30. August müssen die Netzbetreiber laut EU-Verordnung den Eurotarif weiter absenken. Für abgehende Telefonate darf dann pro Minute maximal 55 Cent statt wie bis bisher 59 Cent verrechnet werden, für ankommende Gespräche (Passivgebühr) nur noch 26 statt 29 Cent. „Wir werden darauf achten, dass die Betreiber auch wirklich am 30. August umstellen", stellt Telekom-Regulator Georg Serentschy bereits eine Rute ins Fenster. Die dritte und letzte für alle Betreiber verpflichtende Gebührensenkung erfolgt dann 2009.
„Bisher gab es so gut wie keine Probleme bei der Umsetzung des Eurotarifs", lobt Serentschy. In der Mobilfunk-Branche sei dadurch auch die Selbstregulierungskraft gestärkt worden, was sich positiv auswirke. Allerdings würden die Konsumenten vor allem in zwei Fallen tappen: „Erstens übersehen viele, dass ausschließlich die Sprachdienste reguliert sind, nicht aber SMS, MMS oder mobiles Internet und zweitens vergessen manche, dass beliebte Urlaubsländer wie Türkei oder Kroatien keine EU-Länder sind".
Die Preise und Tarifunterschiede in Nicht-EU-Ländern können nach wie vor erheblich sein, warnt die AK. So kostet etwa ein Telefonat von der Türkei nach Österreich je nach Anbieter zwischen 49 Cent bis 2,50 Euro. (Handy-Tarife für ausgewählte Urlabsländer - siehe Tarifvergleich).
Einer EU-weiten Untersuchung zufolge hat die EU-Regulierung die Handy-Gespräche außerhalb Europas sogar verteuert. „Die Betreiber müssen offenbar Umsatzrückgänge beim Roaming kompensieren", glaubt Zimmer.
Internet: www.rtr.at/eurotarif
TIPPS
Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer haben wertvolle Tipps für das Telefonieren mit dem Handy im Ausland zusammengestellt:
- Netzwahl Das Handy bucht sich im Ausland automatisch in das stärkste Netz ein. Dies ist vor allem im Nicht-EU-Ausland nicht immer das billigste. Es ist ratsam, sich vorher über den günstigsten Roamingpartner zu erkundigen und das Netz händisch auszuwählen.
- Roamingpakete Bei voller Ausnutzung der inkludierten Gesprächsminuten können sich Roamingpakete durchaus auszahlen. Wer das Handy im Urlaub nur kurz nutzt oder überwiegend angerufen wird (Passivgespräche) fährt meist mit normalen Roaming-Tarifen günstiger.
- Mobilbox Bei umgeleiteten Anrufen auf die Mailbox fallen gleich doppelte Kosten an. Die Passivgebühr für den Anruf und der Roamingtarif für die Rückleitung des fehlgeschlagenen Anrufes auf die Mobilbox in Österreich. Für das Abhören der Mobilbox aus dem Ausland fallen ebenfalls Roaminggebühren an. Die AK empfiehlt, die Mobilbox im Urlaub gleich ganz abzuschalten.
- Internet Mobiles Surfen, aber auch das Versenden von Fotos kann schnell zur Kostenfalle werden. Einige Betreiber bieten zeitlich befristete Tarifpakete für mobiles Internet an, am besten vorher erkundigen. Als Alternativen bieten sich WLAN-Verbindungen im Hotel oder Hot Spots an.
- Adapter Die Steckdosen in Europa sind nicht genormt. Für das Netzgerät sollte ein Adapter mitgenommen werden.
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