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Was VoIP-Telefonie wirklich kostet
Die Basis: DSL-Anschluss und VoIP-Tarif müssen sein
Telefonieren übers Internet wird gern als Gratisdienst verkauft. „Alle Welt kann sich kostenlos unterhalten", heißt es in der Werbung des weltweit bekanntesten VoIP-Clients Skype. Das ist natürlich falsch. Selbst wenn die eigentlichen Gespräche fast nichts kosten, um überhaupt erst einmal über das Internet "telefonieren zu können, kommen Sie um ein paar monatliche Gebühren nicht herum. Ein DSL-Anschluss ist Pflicht, wobei eine Bandbreite von 1 MBit pro Sekunde im Normalfall ausreicht. Wollen Sie mehrere Telefone nutzen, etwa weil Mutter und die Kids immer zur gleichen Zeit telefonieren, sollte es ein schnellerer Anschluss sein - wenigstens DSL 2.000.
Die Kosten: Der kleinste DSL-Anschluss kostet bei der T-Com und den meisten Resellern (Strato, AOL und andere) knapp 17 Euro im Monat. Dazu kommen 15,95 Euro für den Standard-Telefonanschluss, ohne den es T-DSL nicht gibt. Reines DSL wird aber auch immer populärer: Freenet, Strato, Hansenet, QSC und Broadnet bieten solche entbündelten Highspeed-Zugänge an - ab ca. 20 Euro. Dazu kommen noch die Gebühren für einen VoIP-Tarif. Um den kommen Sie in der Praxis nicht herum: Tatsächlich umsonst sind nur Gespräche von IP-Telefon zu IP-Telefon - und auch nur, wenn Ihr Gesprächspartner im gleichen Netz voipt. Zwar schließen immer mehr Betreiber Kooperationen, um auch netzübergreifend Gratis-Gespräche anbieten zu können. Doch für Anrufe ins Fest oder Mobilnetz wird nach wie vor kassiert, auch bei Skype. Den VoIP-Tarif brauchen Sie außerdem, damit Sie eine Telefonnummer für Ihr IP-Telefon zugewiesen bekommen - sonst könnten Sie gar nicht angerufen werden.
Zuletzt kommen noch die Kosten für den Datentarif auf die Rechnung. Surfen Sie mit einer Flatrate, können Sie bedenkenlos voipen. Vorsicht aber bei Volumen-Tarifen: Bei der Internet-Telefonie wird die Sprache in Datenpakete gesteckt und über die DSL-Leitung geschickt. Das verursacht viel Traffic. Je nach eingesetztem Sprach-Codec rauschen 60 bis 100 Kilobit pro Sekunde durch die Leitung. Das bedeutet: Nach zehn bis zwölf Stunden VoIP-Telefonaten ist ein Gigabyte aufgebraucht. Rechnet Ihr Provider nach dem Inklusiv-Volumen jedes zusätzliche Megabyte ab, wird es dann richtig teuer. Als Faustregel gilt: Wer jeden Tag eine Stunde telefoniert, sollte ein Gesamtvolumen von fünf Gigabyte einplanen. Dann können Sie auch noch im Internet surfen, ohne dass es knapp wird. Tipp: Behalten Sie das verbrauchte Datenvolumen im Blick. Router wie die FritzBox protokollieren das. Sie finden die Angaben auch im Kundenbereich auf der Webseite Ihres Providers.
Bei der IP-Telefonie hat sich das Konzept der Flatrate durchgesetzt. Häufig ist der Pauschaltarif sogar mit anderen Dienstleistungen gekoppelt. Hier finden Sie die günstigsten VoIP-Tarife und die besten VoIP-Anbieter zusammengestellt. Trotzdem sollten Sie immer auch auf das Kleingedruckte - etwa die Grundgebühr - achten. Die erste Frage ist allerdings, ob sich VoIP für Sie überhaupt lohnt.
Die Flatrate: Sinnvoll oder eher ein Marketing-Trick?
Der Begriff Flatrate stammt vom englischen Begriff „Flat Fee". Er bezeichnet eine Dienstleistung, die unabhängig vom Umfang der Abnahme zu einem Pauschal-Tarif angeboten wird. In Deutschland hat der Telekommunikations-Provider Arcor erstmals Ende 2004 eine Flatrate angeboten; allerdings galt die Pauschale damals nur für Festnetzgespräche.
Der Grundgedanke der Flatrate ist zweifellos genial; allerdings sollte man auch die damit verbundenen Kosten einkalkulieren. Zudem steht die Entscheidung an, ob man eher auf eine Softwareoder eine Hardwarelösung setzt.
Wenn Sie schon lange davon träumen, endlich Ihren Festnetz-Telefonanschluss kündigen zu können, werden Sie vermutlich enttäuscht sein. Denn für VoIP ist in den meisten Fällen weiterhin ein Telefonanschluss nötig, nämlich für den DSL-Zugang. Fallen diese Kosten weg, würde der VoIP-Markt mit großer Wahrscheinlichkeit explosionsartig wachsen.
Trotz der Kosten für den Festnetzanschluss sind die Telefonate über VoIP um ein Vielfaches günstiger als bei einem normalen Telefonanschluss. Außerdem fallen die Gesprächskosten innerhalb des VoIP-Netzes komplett weg. Auch Telefongespräche ins Ausland sind via VoIP unschlagbar günstig. Nur für Gespräche in Mobilfunknetze muss man mehr zahlen, im Vergleich zu einem Festnetzanschluss jedoch noch immer sehr wenig.
Erst mal testen: VoIP einfach und preiswert
Wenn Sie bereits einen DSL-Anschluss haben und VoIP zunächst testweise einsetzen möchten, eignet sich eine Softwarelösung dafür am besten. Sie benötigen lediglich einen eingeschalteten PC mit installierter VoIP-Software und ein Headset. Beim Telefonieren mit der VoIP-Software, beispielsweise Skype, entstehen allerdings die vom Provider angegebenen Gebühren. Für VoIP-Telefonate müssen Sie pro Stunde mit einem Datenaufkommen von 70 bis 90 MByte rechnen. Für eine gute Verbindungsqualität brauchen Sie eine hohe Bandbreite - nur so ist sichergestellt, dass Sie Ihren Gesprächspartner gut hören können und umgekehrt.
Insgesamt ist dieser Lösungsweg günstig und ideal zum Testen, da lediglich Kosten für das Headset entstehen. Allerdings muss beim Telefonieren der Rechner eingeschaltet sein.
Umsteigen auf VoIP: Welche Hardware Sie brauchen
Haben Sie sich von den Vorteilen der Internet Telefonie überzeugen lassen und wollen VoIP anstelle des herkömmlichen Telefons einsetzen, benötigen Sie entsprechende Hardware, beispielsweise ein VoIP-Telefon. Diese VoIP-Telefone sehen zwar aus wie ganz normale Telefonapparate, sie besitzen allerdings im Gegensatz zu ihren Vorgängern einen Netzwerkanschluss.
Die einfachste Lösung für IP-Telefonie ist ein VoIP-Router in Kombination mit einem Modem, etwa die FritzBox Fon. An solche Geräte können Sie ein herkömmliches Telefon anschließen und trotzdem über VoIP telefonieren.
Eine weitere günstige VoIP-Variante ist ein externer Adapter, der zwischen Ihren Router und Ihr Telefon geschaltet wird.
Somit entstehen nur sehr geringe Anschaffungskosten, was sich besonders bei einem bereits vorhandenen Router und DSL-Modem lohnt.
Planen Sie also, häufiger über das Internet zu telefonieren, lohnt sich eine dieser Hardwarelösungen auf jeden Fall. Sie sind zwar mit Kosten und einem höheren Aufwand verbunden, bieten dafür aber auch mehr Komfort.
Günstige Hardware dank Providerwechsel
Den Einstieg in die VoIP-Telefonie können Sie günstig haben - vielleicht bekommen Sie sogar Hardware geschenkt. Dann nämlich, wenn Sie ohnehin gerade einen Vertrag bei einem DSL-Provider abschließen wollen. Sowohl Neukunden als auch Wechsler werden von den Providern mit aktueller Hardware gelockt. Dank großzügiger Subventionierung sparen Sie so über 170 Euro - wie bei der AVM FritzBox Fon WLAN 7170.
Solche wertvollen Präsente verteilen die Provider natürlich nicht aus wohltätiger Gesinnung. Im Gegenzug unterschreiben Sie einen Vertrag mit recht langer Laufzeit - in der Regel zwei Jahre. Sinken in dieser Zeit die DSL-Tarife, haben Sie Pech.
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