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Telefonieren übers Internet
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Voice over IP für alle
Jedes Jahr immer mehr Festnetzkunden wechseln zu VoIP-Providern, die das Telefonieren über das Internet anbieten. Keine Überraschung, denn das ist häufig viel billiger als Gespräche über das gewöhnliche Telefonnetz.
Die Internet Telefonie unterscheidet sich generell nur wenig von der herkömmlichen Festnetztelefonie. Beide Teilnehmer brauchen eine Kombination aus Mikrofon und Lautsprecher - beim klassischen Telefon ist das der Hörer, bei der IP-Telefonie übernimmt in der Regel ein Headset diese Funktion. Die Sprachsignale, die das Mikrofon aufnimmt, werden digitalisiert, an den Gesprächspartner weitergeleitet und wieder in analoge Sprachsignale umgewandelt. Während jedoch im Festnetz eine direkte Leitung zwischen den beiden Teilnehmern besteht, laufen die digitalen Informationen bei Voice over IP (VoIP) als kleine Datenpakete übers Internet.
Das größte Problem bei der Internet Telefonie besteht im Ermitteln der „Rufnummer" des anderen Teilnehmers. |

Kopfhörer mit Mikrofon: Einfache Headsets wie dieses Modell von Logitech sind bereits für 10 bis 20 Euro zu haben. |
Während im Festnetz jedem Anschluss eine eigene Nummer zugeteilt ist, ändert sich im Internet die zur Identifikation verwendete IP-Adresse meist bei jeder neuen Einwahl ins Netz. Um dieses Problem zu lösen, wurde für die Internet Telefonie eine Art Meta-Ebene eingeführt: Jeder VoIP-Teilnehmer meldet sich automatisch mit seiner IP-Adresse bei einem Server seines Providers an. Der weist ihm eine neue Adresse nach den Regeln des SIP-Standards (Session Initiation Protocol) in der Form „sip:01234567@providername.com" zu. Diese Adresse wird einer normalen Telefonnummer zugeordnet.
Tippt ein Teilnehmer zum Aufbau eines Gesprächs diese Telefonnummer ein, wird sie zunächst in die SIP-Adresse übersetzt. Auf diese Weise lässt sich ermitteln, unter welcher IP-Adresse der Angerufene gerade erreichbar ist. Diese Informationen schickt der Server zurück an den Anrufer, dessen Hardware oder Software nun die Sprachpakete an die IP-Adresse des Gesprächspartners übermittelt. Damit der auch antworten kann, schickt er gleichzeitig seine eigene, aktuelle IP-Adresse mit.
Um die benötigte Bandbreite für IP-Telefonate möglichst gering zu halten, werden die Sprachdaten komprimiert. Da die verwendeten Komprimierungsverfahren verlustbehaftet arbeiten, liegt die Sprachqualität bei VoIP leicht unter der von Festnetztelefonaten. Zudem lässt sich nicht steuern, auf welchem Weg die Datenpakete im Internet von einem Teilnehmer zum anderen gelangen. Da die Laufzeiten daher unterschiedlich sein können, ist die Stimme des Gesprächspartners bei Internettelefonaten gelegentlich mit einer kleinen zeitlichen Verzögerung zu hören, oder es kommt zu Echoeffekten.
VoIP-Grundausstattung
Um via Internet zu telefonieren, benötigen Sie in der einfachsten Form lediglich einen DSL-Anschluss, einen PC mit Soundkarte, eine Telefoniesoftware (ein sogenanntes Softphone) und ein Headset, bestehend aus Kopfhörer und Mikrofon. Die Software gibt es meist kostenlos, einfache Headsets sind für etwa 10 bis 20 Euro zu haben.
Falls Sie mit Ihrem Telefon voipen möchten, kommen in der Regel gar keine Hardwarekosten auf Sie zu. Die benötigte Ausstattung mit DSL-Modem und Telefonadapter gibt es normalerweise kostenlos von Ihrem Provider. Bei dieser Konstellation zahlen Sie jedoch monatliche Grundgebühren.
In den vergangenen Jahren konnten sich drei Arten der IP-Telefonie am Markt durchsetzen: Skype, die Messenger-Services von Microsoft, Yahoo und AOL sowie die VoIP-Angebote der Internet- und Kabelprovider.
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